Grevener Zeitung vom 21.04.2012
Handball: 09-Damen verpassen Sensation
GREVEN
Es sah ganz danach aus, als würden die Zweitliga-Handballerinnen des SC Greven 09 die Sensation gegen den BVB Dortmund wiederholen. Mit 31:30 hatten sie das Hinspiel gewonnen. Doch das Rückspiel am Samstagabend in der Rönnehalle ging, nachdem die Gastgeberinnen lange geführt hatten, am Ende mit 25:28 (15:13) verloren.
Von Heidrun Riese
Gehapert hat’s im Angriff, der in der zweiten Halbzeit einfach nicht so effektiv war wie in der ersten. Das lud die Gäste zu Tempogegenstößen ein, mit denen sie am Ende dann doch für (zumindest relativ) klare Verhältnisse sorgten. Ein kleines Bonbon für die Dortmunderinnen war das Ergebnis aus Bensheim: Der bisherige Tabellenzweite TV Nellingen unterlag dort mit 28:29. Bei noch vier ausstehenden Spielen hat der BVB – mit jetzt nur noch drei Punkten Rückstand auf den zweiten Rang – in Sachen Aufstieg also noch ein Wörtchen mitzureden.
Ganz viel Wille
Dass es bei ihnen nicht am Willen mangelte, das bewiesen die Dortmunderinnen in den Anfangsminuten in Greven. Sie begannen druckvoll, gingen mit 0:2 (Zuzana Porvaznikova, 2.) und 1:4 (Svenja Spriestersbach vom Siebenmeterpunkt, 3.) in Führung. Doch so schnell und brandgefährlich sein wie die Gäste, das konnten auch die 09-Damen, die sich über 4:5 (Manja Görl aus dem Rückraum, 7.) und 5:7 (Sarah Everding vom Kreis, 11.) herankämpften und schließlich zum 8:8 (Nikki Schreurs per Siebenmeter, 15.) ausglichen. Dass Sarah Everding dann vom Kreis nur BVB-Keeperin Hellen Trodler traf (16.), brachte Greven nicht von der Zielgeraden ab. Sie bedankten sich dafür, dass Kira Brandes anschließend daneben warf und nutzten ihre erneute Chance, sich abzusetzen. Elke Thomassen vollstreckte im direkten Gegenzug zum 9:8 (17.). Pauline Radke musste die Führung dann erstmal festhalten. Weil die 09-Torfrau so gut parierte, machte es nichts, dass Manja Görl (18.) und Melanie Lorenz (19.) verfehlten.
Wuschi in der Zange
Es war auch gar nicht so einfach, in diesem Spiel ein Tor zu erzielen – für keine der Mannschaften. Die Abwehrreihen arbeiteten mehr als ordentlich, so dass die Angriffsreihen einige Meter machen und sich oft auch ganz schön reinhängen mussten. Wie Sarah Everding, als sie das 11:9 (21.) machte, obwohl sie die BVB-Damen sie in die Zange genommen hatten. Wer da mehr Kampfgeist an den Tag legte, war schwer zu erkennen.
Nach anfänglicher Überlegenheit der Gäste hatte sich also ein enges Spiel entwickelt, das in der ersten Halbzeit der SCG gewann. 15:13-Führung nach 1:4-Rückstand – das war eine Leistung, für die sich die 09-Damen ihren Applaus verdient hatten.
Vier Tore Abstand
Nach der Pause erhöhten sie ihren Vorsprung sogar. Manja Görl und Melanie Lorenz schraubten den Zwischenstand auf 17:13 herauf (32.), zum einzigen Vier- Tore-Abstand des Spiels. Es dauerte kaum mehr als zehn Minuten, da hatte der BVB seinen Gastgeber auch schon wieder eingeholt (19:19 durch Kira Brandes, 44.).
Die Auszeit, die 09-Trainerin Franziska Heinz dann nahm, zeigte nur bedingt Wirkung. Greven ackerte zwar ordentlich in der Deckung, das ging aber zu Lasten des Angriffs, der sich zu viele Fehler leistete. Die wiederum nutzten die Dortmunderinnen, die am Ende mit der 5:1-Variante deckten, um einen Tempogegenstoß nach dem anderen und damit dem SCG den Rang ab zu laufen. Nach längerem Hin und Her, bei dem mal Greven, mal Dortmund führte, setzten sich die Gäste ab. Das 24:24 (Melanie Lorenz (54.) war der letzte Ausgleich. Danach lief Greven einem Rückstand hinterher.
Rote Karte gegen Dortmund
Als Greven mit 24:27 zurück lag, passierte noch etwas sehr Ärgerliches für den BVB: Steffi Glathe (Dortmund) erwischte Nikki Schreurs (Greven) bei einer Abwehraktion im Gesicht, die Schiedsrichter schickten sie mit roter Karte vom Feld. Am Spielausgang änderte das nichts mehr. Beide Mannschaften landeten noch ein Tor, Greven verlor.
SC Greven 09: Radke, Thiele – Everding (6/1), Thomassen (5), Lorenz (5), Ziercke (3/1), Görl (3), Schreurs (2/1), Kornet (1), Glathe, Frank, Yusif.
BVB Dortmund: Weste, Chemicz, Trodler – Porvaznikova (5/2), Spriestersbach (5/1), Schäfer (5), Brandes (4), Kowalska (3/1), Glathe (2), Tomlik (2), Kramer (1) Vietz (1), Wolf, Kocevska.
Siebenmeter: Greven (4/3), Dortmund (5/4).
Zeitstrafen: Greven drei, Dortmund fünf.
Disqualifikation: Rote Karte gegen Glathe (BVB, 60.).
Zuschauer: 453.